/assets/img/2019-07-24_flaschenmanometer_4-640.jpeg

Flaschenmanometer im Selbstbau

tl;dr: Eine regelmäßige Kontrolle des Drucks in Ciderflaschen verhindert, dass diese platzen und ermöglicht einen Einblick in den aktuellen Stand der Karbonisierung.
Statt hier auf ein teures Produkt zu setzen, kann man mit wenig Aufwand eigene Flaschenmanometer bauen.

Contents

Wenn Cider nach der Gärung nicht komplett pasteurisiert wird und noch Zucker enthält, kommt es zwangsläufig zu einer Nachgärung. Diese kann genutzt werden, um den Cider in geeigneten Flaschen mit Kohlensäure zu versetzen.

Da aber der Restzucker und der daraus resultierende Druck nicht immer 100% bestimmt werden können, solle bei jeder Abfüllung mindestens eine Flasche mit einem Manometer versehen werden und darüber regelmäßig überprüft werden, dass der Zustand in der Flasche noch gut ist. Ein Druck zwischen 2-3bar ist hier ein guter Anhaltspunkt (5-6 Gramm CO2).

Die Idee an dieser Stelle ist es, einen Bügelverschluss mit zwei Bohrungen zu sehen und in eine dann über einen Reduziernippel ein Manometer zu verschrauben. Mit einem relativ geringen Zeitaufwand kann man sich so den Kauf von teuren Flaschenmanometern sparen.

Einkaufsliste

/assets/img/2019-07-24_flaschenmanometer_1-640.jpeg
  • Bohrmaschine
  • Bügelverschluss aus Kunststoff
  • 2mm und 4mm Bohrer
  • Gewindeschneider M5 (optional)
  • Manometer (G 18”, bis etwa 4 Bar)
  • Reduziernippel (G 18” auf M5)
  • Teflonband zum abdichten

Bohren

/assets/img/2019-07-24_flaschenmanometer_3-640.jpeg
Zuerst bohren wir mit einem kleinen Bohrer (z.B. 2mm) von senkrechtes Loch mittig versetzt in den Verschluss. Diese Bohrung sollte etwas über 5mm tief sein und dient später als Öffnung für den Reduziernippel.
/assets/img/2019-07-24_flaschenmanometer_2-640.jpeg
Nun können wir eine relativ steile Bohrung aus Richtung der Dichtung durchführen. Ziel ist es, dass diese Bohrung die Senkrechte trifft, hierbei aber nicht in der Mitte des Verschlusses durchbricht.

Anschließend muss noch das erste Loch auf 4mm aufgebohrt werden, alle Öffnungen gut gesäubert werden und dann eine Dichteprüfung durchgeführt werden. Hierzu einfach eines der Löcher mit dem Finger verschließen und kräftig in das andere blasen.

Zusammenbau

Normalerweise bekommt man die Reduziernippel relativ einfach in eine 4mm Bohrung eingedreht, etwas einfacher wird es aber, wenn man hier noch mit einem M5 Gewindeschneider ein passendes Gewinde schneidet (Gewindesteigung beachten!).

/assets/img/2019-07-24_flaschenmanometer_4-640.jpeg

Den Reduziernippel können wir jetzt mit etwas Teflonband umwickeln und vorsichtig einschrauben. Anschließend sollte eine Dichteprüfung ergeben, dass wir weiterhin keinen Druckverlust haben.

Zum Schluss wird jetzt noch das Manometer mit Teflonband in den Reduziernippel geschraubt und der Bügelverschluss wieder auf die Flasche gesteckt.

Test

Damit wir uns jetzt nicht direkt darauf verlassen müssen, dass das Manometer auch wirklich dicht ist und funktioniert gibt es ein paar Möglichkeiten, dieses zu testen.

  • Ein Päckchen Backpulver in die leere Flasche geben, mit heißem Wasser übergießen und sofort verschließen
  • Die Flasche zu 23 mit Zuckerwasser füllen, etwas aktivierte Hefe dazu geben und verschließen (nach einigen Tagen sollte sich Druck aufbauen)
  • Die Flasche mit Wasser füllen, verschließen und in einem Wasserbad erwärmen

Bei all diesen Tests natürlich vorsichtig sein, dass der Druck nicht zu weit steigt.

Da sich die Kohlensäure nicht gleichmäßig in der Flasche verteilt, muss diese vor jeder Messung etwas geschüttelt werden. Je nach Manometer kann es auch notwendig sein, dass dieses leicht angeklopft wird um einen genauen Wert zu erhalten.

Gallery

Tags

Comments

Related